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In der Rubrik Wanderbücher finden Sie eine kleine Auswahl an interessanter Literatur zum Thema Wandern in Franken.

 

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Wandervorschlag März 2005 Drucken E-Mail
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Blütenwanderung hinauf zum Walberla

 Wiesenthau - Ehrenbürg („Walberla") - Kirchehrenbach - Kolmreuth - Pretzfeld - Ebermannstadt  
 

Weglänge: 11,5  km (bis Kirchehrenbach 4,5 km).

Gehzeit: 3 1/2 Stunden (bis Kirchehrenbach 1 1/2 Stunden).

Anfangspunkt: Bahnhof Wiesenthau Bahnstrecke 821 (bzw. R 22 im Nürnberger Verkehrsverbund) Forchheim-Ebermannstadt. Stündliche Zugverbindung. Gute Anschlüsse in Forchheim bei Anfahrt von Nürnberg oder von Bamberg.

Endpunkt: Bahnhof Ebermannstadt. Gleiche Zugstrecke und gleicher Zugtakt wie bei Anfangspunkt. Ein Zug am Nachmittag entfällt.

Gelände: Zum Walberla hinauf ein Anstieg  von 250 m. Dann bergab und ohne größere Steigungen. Meist in offenem Gelände ohne Schatten. Die gesamte Wegstrecke ist vom Fränkischen-Schweiz-Verein (überwiegend gut) markiert.

Karte: Fritsch Wanderkarte  Naturpark Fränkische Schweiz  Blatt  S ü d   1: 50 000 oder  Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst des Landesvermessungsamts München im gleichen Maßstab.

Empfohlene Jahreszeit: April/Mai zur Zeit der Obstbaumblüte sowie Mai/Juni wegen der Felsflora am Walberla.

Sehenswertes:

Wiesenthau: Das Schloss ist eine wehrhafte Dreiflügelanlage mit hübschen Rundtürmen, erbaut im Wesentlichen im 16. Jahrhundert. In der Kirche Renaissancegrabmäler.

Pretzfeld: Schöne barocke Pfarrkirche mit Altären aus der Erbauungszeit im Inneren. Baumeister war Johann Michael Küchel aus Bamberg.

Ebermannstadt: Nettes Städtchen, das „Eingangstor" zur Fränkischen Schweiz. 2 Brauereien, Scheunenviertel (siehe Text).

Hinweis: Eine weitere schöne Wanderung, die zum Walberla führt, findet sich in dem kleinen Buch Biergartenwanderungen in Franken. Man kommt bei ihr bis nach Hetzelsdorf mit seinem schönen Biergarten und seinem hervorragenden Bier.

Steil ragt der Ehrenbürgberg über dem unteren Wiesenttal auf. Auf ihm steht die Walburgiskapelle (die heilige Walburgis wurde im fränkischen Dialekt zum „Walberla" umgeformt). Schon seit dem Mittelalter gab es eine Wallfahrt zur Kapelle auf dem Berg. Auch heute noch „wallfahren" das ganze Jahr über zahlreiche Franken hinauf auf den aussichtsreichen Berg, wobei in der Regel kein religiöser Anlass dafür mehr vorhanden ist. Den größten Ansturm muss der Berg am 1. Maisonntag über sich ergehen lassen, da an diesem Tag die seit 1909 wieder bestehende Kirchweih als Fest (mit Buden und Getränkeausschank) auf dem Berg gefeiert wird. Wenn wir diesen Termin für eine Walberlawanderung ausgesucht haben, dann sollten wir nicht mit der Suche nach dem Parkplatz die Umwelt belasten und unsere Zeit vergeuden, sondern mit dem Zug anreisen. Dies ist bequem möglich.

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Abb. 1: Ausblick vom Gipfel ins untere Wiesenttal

Wenn man sich von der großen Menschenmenge am Berg nicht gestört fühlt, ist der erste Maisonntag jedenfalls ein idealer Termin für die hier vorgeschlagene Wanderung. Die Hänge des Bergs, zumindest an der West- und Südseite sind mit Tausenden von alten Obstbäumen bestanden, nicht in Reih und Glied, sondern in schönster Streuobstpflanzung. In der zweiten Aprilhälfte beginnt die Blütezeit der Kirschen, in der ersten Maihälfte die der Apfel- und Birnbäume. Wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt, ist der Berg von einem weißen Blütenschleier verzaubert. Unser Weg führt mitten hindurch.

Wenn wir die Zeit der Obstbaumblüte verpasst haben, ist die Tour zum Berg gleichwohl botanisch immer noch sehr lohnend. Viele seltene Pflanzenarten wachsen auf dem felsigen Juraboden am Walberla. Aber auch die „gewöhnlichen" Blütenpflanzen, wie Pfingstnelken, Glockenblumen und Margariten sind ein farbiger Schmuck der Bergwiesen, insbesondere im Juni. Der Gipfelbereich steht unter Naturschutz. Wir sollten uns unbedingt an die aufgestellten Gebote und Verbote halten. Durch Fußgänger, Mountainbiker und Kletterer ist die Region der  aufragenden Dolomitfelsen und der darunter liegenden Berghänge gefährdet und teilweise bereits beeinträchtigt.

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Abb. 2: Blühender Obstgarten am Walberla
Der Anstieg zum Berg ist von Wiesenthau her stellenweise etwas steil, doch landschaftlich besonders schön; da er auf Fußwegen verläuft wird man nicht durch eventuellen Autoverkehr belästigt. Die weite Aussicht auf dem Gipfel ist Lohn für die Mühe des Anstiegs. Die Orte des Wiesenttals liegen zu Füßen des Betrachters. Von der anderen Talseite herüber grüßt die Vexierkapelle von Reifenberg. Bei klarer Sicht schaut man bis Erlangen. Nach dem Abstieg kann man in Kirchehrenbach gut zu Mittag essen. Bis hierhin wird man (einschließlich einer Gipfelrast) knapp 2 Stunden unterwegs sein. Der Gasthof „Zur Sonne" kann für eine Mittagseinkehr sehr empfohlen werden.

Der Weiterweg ist nicht mehr anstrengend. Nach einem längeren Waldstück gelangt man zu einem Bauernhof,, in dem ein Selbstvermarkter Brot sowie Schnaps und Obst aus eigenen Streuobstbeständen verkauft. Wenn im Rucksack Platz ist, könnte man etwas erwerben. Dann geht es an der rauschenden Trubach entlang nach Pretzfeld hinein. Der hübschen barocken Landkirche und dem Schloss können wir etwa Aufmerksamkeit zuwenden. Der Weg nach Ebermannstadt in der Nähe des Bahngleises ist durchaus angenehm. Vor uns liegt unser Zielort, hinter dem sich die Höhenzüge der Fränkischen Schweiz erheben.

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Abb. 3: Das Walberla vor dem Anstieg

Wenn wir Zeit haben, können wir in Ebermannstadt das interessante Scheunenviertel aufsuchen. Die Scheunen zu den früheren Bauernhöfen des Ortes sind in einem eigenen Gebiet zusammengefasst. Zum einen war im Städtchen oft nicht genügend Platz für Nebengebäude vorhanden. Zum anderen aber wollte man auch die die Ausbreitung von Bränden begünstigenden Scheunen aus dem Ortskern entfernen. So entstand ein aus Scheunen bestehendes Bauensemble am südlichen Ortsrand. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass es in Ebermannstadt zwei schöne Bierkeller gibt. Sie liegen allerdings beide nicht an unserer Wanderstrecke, sondern in entgegengesetzter Richtung ein ganzes Stück von der Ortsmitte entfernt. Doch auch direkt am Bahnhof kann man in einem schattigen Biergarten seinen Durst bekämpfen.

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Abb. 4: Die Kapelle der Heilighen Walburgis auf dem Walberlaplateau
 

Wegbeschreibung

Am Bahnhof Wiesenthau folgen wir für etwa 100 m der Straße in Richtung Pretzfeld-Ebermannstadt. Wir überqueren sie bei einer Fußgängerinsel und biegen dann rechts in die wenig befahrene Weiherstraße ein. Diese macht bei dem Weiher eine Kurve nach links.(Zum  Besuch des Schlosses würde man hier rechts bei einem Carport auf einem Fußweg hinaufsteigen). Wir bleiben aber in der Weiherstraße, die unterhalb der Kirche entlangführt und neben dieser dann die Hauptstraße erreicht. Hier halten wir uns links und gehen am Rathaus und an einer Telefonzelle vorbei. Danach biegen wir rechts in die Ehrenbürgstraße ein. Unser Weg zum Walberla müsste mit der Markierung „Diagonaler blauer Strich" (und zunächst noch mit „Blauer Punkt") gekennzeichnet sein, leider sind die Markierungen nicht immer vorhanden, wenn man sie braucht. Am Ende der Ehrenbürgstraße laufen wir in der bisherigen Richtung weiter; es geht nun ein Stück bergab. Unten wandern wir geradeaus (nicht links). Nach etwa 100 m gehen wir wieder geradeaus (nicht rechts), nunmehr den Berg hinauf. Nach ungefähr zehn Minuten stößt man au einen breiteren Querweg, in den wir nach rechts einbiegen. Nach etwa 100 m sehen wir rückseitig an einem Baum unsere Markierung, die uns nach links in einen bergauf führenden Wiesenpfad einbiegen lässt. Wir gelangen auf diesem zu einem weiteren Querweg, auch hier laufen wir nach rechts. Nach 50 m erreicht man eine Sitzbank. Knapp 40 m nach dieser geht es wieder links an einem Zaun entlang bergauf weiter.  Am nächsten Querweg marschieren wir rechts zu dem nahen Wanderparkplatz und der Bergwachthütte hin und folgen nun dem ziemlich steilen geteerten Weg zum Walberlaplateau hinauf, wo wir nach links zu dem Aussichtspunkt oberhalb der Felsen und zur Kapelle hinaufsteigen.

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Abb. 5: Schloss Wiesenthau

Zum Abstieg folgen wir dem Schottersträßchen neben der Kapelle in nördliche Richtung Der breite Weg geht zuerst durch Wald und  macht eine Linkskurve. Bei einer zweiten Linkskurve des nun geteerten Sträßchens können wir auf einem Schotterweg an einer Bank vorbei die lange Straßenkurve abkürzen. Wir erreichen die Straße dann wieder und gehen auf ihr immer geradeaus, auch im Ortsbereich von Kirchehrenbach, hinunter. Bei der Kirche stoßen wir auf die Hauptstraße und den Gasthof Sonne.
Zum Weiterweg folgen wir dem Straßenwegweiser nach Leutenbach. Wir erblicken das Markierungszeichen „Blauer senkrechter Strich", dem wir am Bach entlang folgen. In der Straße nach Leutenbach bleiben wir, bis links die Sportplatzstraße abbiegt. Hier steht ein Wegweiser zum „Schützenhaus". Gerade gehen wir zum Wald hin und auf einem Waldsträßchen in diesen hinein. Die genannte Markierung begleitet uns. Bei einer Waldstraßengabelung kommt von rechts die Markierung „Gelber Strich". Mit beiden Markerungen laufen wir hier nach links und biegen mit diesen nach wenigen Metern rechts in einen kleinen Waldpfad ein. Man gelangt so zu einem einzelnen Haus (Selbstvermarkter) und geht hier rechts am Haus vorbei. Nach 100 m auf geteertem Sträßchen biegen wir rechts in eine zunächst ungeteerte kleine Straße ein (Zeichen: Spielstraße). Dieser folgen wir geradeaus im Ortsbereich, bis wir zu eine quer verlaufenden Wohnstraße kommen. Hier lassen wir uns von den Markierungen nach links weiter führen. Nach einigen Minuten endet rechts die Bebauung von Kolmreuth. Hier geht es rechts weiter. Bei einer bald erreichten Fußwegekreuzung marschieren wir mit mehreren Wegzeichen geradeaus weiter, erreichen das Trubachflüsschen und den Ortsbeginn von Pretzfeld, wo wir in Bachnähe gerade bis zur Hauptstraße und in dieser nach rechts in Richtung Kirche weitertraben.

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Abb. 6: Interessantes Bauensemble: Das Scheunenviertel in Ebermannstadt

An dem kleinen Platz noch vor der Kirche biegen wir links in die Straße ein, die zur B 470 hinführt. Rechter Hand sehen wir dann das Schloss, links die Trubach. Unmittelbar vor dem Bahnübergang bei einem Wanderparkplatz halten wir uns rechts. Nach knapp 500 m gabelt sich der geschotterte Weg. Links geht es über die Bahngleis hinweg weiter. Folgt man diesem Weg so erreicht man Ebermannstadt beim Scheunenviertel und geht danach bei der neugotischen Kirche rechts in Richtung zum Bahnhof. Etwas näher ist der Weg geradeaus, der am Bahngleis entlangführt. Kurz vor dem Ortsbeginn erreicht man auf diesem mit einem „Roten Kreuz" markierten Weg die von Pretzfeld her kommende Autostraße, überquert das Bahngleis, marschiert geradeaus und dann nach rechts zum Bahnhof von Ebermannstadt.
 

Einkehrtipp zur Walberlawanderung

Landgasthof Zur Sonne,  Hauptstraße 25,  Kirchehrenbach

Das Traditionsgasthaus besteht schon seit 1600 und ist seit Urzeiten im Familienbesitz. Das was den Wanderer erfreut, nämlich überdurchschnittlich gut zubereitete Speisen zu einem vernünftigen Preis (Ein Großteil er Gerichte liegt unter 10 €), kann man hier finden. Besonders spezialisiert ist man auf Wildgerichte, da der Wirt selbst Jäger ist. So entdeckt man Rehbraten mit Kloß, Rehnüsschen, Rehragout, aber manchmal auch Hase und Wildschwein auf der Speisekarte. Als Vorspeise käme ein Rucolasalat mit gehobeltem Parmesan in Betracht. Fränkischen Schweinekrustenbrasten findet man ebenso wie Kalbsbraten mit Kirschsoße, Forelle, Karpfen oder ein Rückensteak vom Jungrind. Pfifferlinge mit Semmelkloß erhält der Vegetarier. Lobenswert ist, dass man bei den Nachspeisen urfränkische Sachen wie Urrädchen (ein Schmalzgebäck) oder Blöcher bestellen kann. Auf der sehr umfangreichen Weinkarte findet man ausgezeichnete Gewächse. Im Sommer kann man im Gärtchen sitzen, aber auch die Gaststube ist ausgesprochen gemütlich eingerichtet.

Öffnungszeiten: Montag und Dienstag sind Ruhetage. Sonst ab 11 Uhr geöffnet. Am Sonntag sollte man unbedingt reservieren.

Betriebsferien: keine.

Telefon: 09191-979902.

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