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In der Rubrik Wanderbücher finden Sie eine kleine Auswahl an interessanter Literatur zum Thema Wandern in Franken.

 

Wandervorschlag Mai 2005 Drucken E-Mail
Bewertung: / 32
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Brauereien, Wasserfälle und ein Karteltisch des Teufels

Weißenohe - Dorfhaus - Lillachsinterstufen - Gräfenberg - Teufelstisch - Dachstadter Obsthänge - Igensdorf

Weglänge: 13,5 km (bis Gräfenberg 6,5 km).

Gehzeit: 4 Stunden (bis Gräfenberg knapp 2 Stunden).

Anfangspunkt: Bahnhof Weißenohe. Bahnstrecke R 21 im Nürnberger Verkehrsverbund Nürnberg Nordostbahnhof - Gräfenberg. Stündliche Zugverbindung. Zum Nordostbahnhof gelangt man in wenigen Minuten mit der U 2 ab Hauptbahnhof.

Endpunkt: Wie Anfangspunkt. Stündliche Rückfahrmöglickeit.

Gelände: Insgesamt Anstiege von 250 m. Meist gute Wege, teils in offenem Gelände, teils in Buschlandschaft. Kürzere Strecken im Wald, längere Wegstrecke auch in Obsthanggelände. Ein erheblicher Teil der Wegstrecke ist (meist gut) markiert.

Karte: Wanderkarte Nürnberger Land – Frankenalb 1 : 50 000 des Landesvermessungsamts München.

Empfohlene Jahreszeit: April/Mai (zur Zeit der Obstbaumblüte) sowie im Herbst.

Sehenswertes:

Gräfenberg: Das früher zu Nürnberg gehörende Landstädtchen besitzt noch drei der ehemals vier Stadttore. Schöner Marktplatz mit Brunnen und erkergeschmücktem bemalten Rathaus.

Für den Großraum Nürnberg ist die Gegend um Gräfenberg ein lohnendes nahes Ausflugsziel. Die über Jahre hinweg stillgelegte Bahnlinie vom Nordostbahnhof Nürnbergs nach Gräfenberg wurde wieder in Betrieb gesetzt, wird auch am Wochenende stündlich befahren und erfreut sich bei Ausflüglern, Wanderern und Radfahrern großer Beliebtheit.

Auf engem Raum gibt es um Gräfenberg herum viel zu sehen. Da ist zum einen dieses Städtchen selbst zu nennen, das auf den Besucher anheimelnd wirkt, vor allem im Bereich des lang gestreckten Marktplatzes. Die Bausünden der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind hier erfreulicherweise kaum zu finden. Attraktiv macht Gräfenberg auch der Umstand, dass zwei Landbrauereien hier ansässig sind und gutes Bier brauen. Eine Einkehr in einer der beiden Brauereigaststätten ist eine Bereicherung unserer Wanderung.

Am Weg nach Gräfenberg kommen wir zu einer Natursehenswürdigkeit ersten Ranges, den Sinterterrassen der Lillach. Das kalkhaltige Wasser des Flüsschens hat hier auf einer Länge von mehreren Hundert Metern durch Ausfällung des Kalks kleine Terrassen gebildet, über die der Bach in Miniwassserfällen hinabstürzt. Zwischen den einzelnen Stufen befinden sich flache Gumpen mit ruhigem Wasser, in denen im Frühjahr die Sumpfdotterblumen blühen. Man kann sich an die Plitwitzer Seen im Karstgebiet Kroatien erinnert fühlen, die allerdings eine 100-fach größere Dimension aufweisen.

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Abb. 1: Sinterterassen der Lillach

Nach einer Erholungspause in Gräfenberg laufen wir auf ebenso angenehmen und abwechslungsreichen Wanderpfaden wie schon beim Hinweg nach Gräfenberg zur 534 m hohen Anhöhe des Eberhardsbergs hin, an dem sich der so genannte Teufelstisch befindet, ein tischförmiges Steingebilde, das durch die unregelmäßige Verwitterung des Kalkgesteins entstanden ist. Wie uns eine Tafel dort erklärt, hat sich hier ein (beim Volk offenbar unbeliebter) Ritter von Gräfenberg mit einigen weiteren dubiosen Gefährten zum Kartenspiel getroffen. Zu später Stunde wurde die Kartlerrunde durch einige Abgesandte der Hölle noch verstärkt. Die Kartler haben, wie das auch heute noch beim Kartenspiel vorkommen soll, sich durch rechten Lärm und derbe Flüche bemerkbar und (zumindest bei der Geistlichkeit) unbeliebt gemacht. Ein frommer Mönch hat dann diesem ordnungswidrigen Treiben ein Ende bereitet.

So können wir heute den Teufelstisch ohne größere Belästigungen passieren. Nach Igensdorf geht von hier aus auch ein direkter Weg. Doch empfiehlt es sich, wie in der Wegbeschreibung vorgeschlagen, noch den nicht besonders großen Umweg durch das Obstbaumgelände der Hänge bei Dachstadt mit in die Wanderung einzuplanen. Anders als sonst heute vielfach üblich, werden die Streuobstbestände (vor allem Kirschen) hier noch genutzt und das Obst einer Verwertung in Igensdorf zugeführt. Insbesondere zur Blütezeit im April und Mai ist der Weg durch die Obstgärten ein angenehmer Abschluss einer vielseitigen, auch für größere Kinder interessanten Wandertour.

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Abb. 2: Lieblicher Wanderweg auf der Tour

Wegbeschreibung

Am Bahnhof Weißenohe wenden wir uns dem Ort zu, überqueren die B 2 und gehen in den Ort hinein. Gleich nach der Bundesstraße wird ein Bach überquert, hier geht es mit einer leichten Linkskurve weiter. Dann folgt eine Gabelung mit platzartiger Erweiterung. Hier halten wir uns nach rechts. Bald schwenkt unsere Straße rechtswinklig nach links und geht eine längere Strecke geradeaus. Am Ende des Altortes wird ein anderer Bach, die Lillach, erreicht, über die es mit einer Rechtskurve hinweggeht. Nun steigen wir in einem Neubaugebiet ein Stück bergauf. Etwa 200 m nach den letzten Häusern zeigt ein Wegweiser mit der Markierung „Gelber Strich“ nach links. Diesem folgen wir. Durch schönes Wiesengelände kommt man bei einer Wendekehre zu einer Wohnstraße, die zu Dorfhaus gehört. Hier geht es vor dem nächsten Haus, noch immer mit dem „Gelbstrich“, auf einer noch nicht bebauten Wohnstraße nach rechts weiter, die ebenfalls mit einer Wendekehre endet. Nun laufen wir auf einem Feldweg hinter Hausgrundstücken entlang und kommen dann wieder mit einer Linkskurve in eine ältere Wohnstraße von Dorfhaus, der wir geradeaus folgen.

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Abb. 3: Gelbes Blumenfeld bei Dorfhaus

Unten beim Bach wird eine etwas größere Straße erreicht. Wir überqueren diese und den Bach geradeaus und folgen den Markierungen „Gelber Strich“, „Frankenweg“ und dem Wegweiser in Richtung Lillachquelle. Nach etwa 10 Minuten werden die Sinterstufen erreicht (verschiedene lesenswerte Erläuterungstafeln!). Eine Abzweigung nach den ersten Sinterstufen nach links den Berg hinauf begehen wir nicht. Wir bleiben vielmehr im schönen Talgrund und kommen bei weiteren Sinterstufen vorbei. Nach deren Ende steigen wir auf einem Weg mit Treppen in Kehren bergauf und gelangen zu einem breiteren befestigten Waldweg. Wir verlassen hier die Gelbstrichmarkierung und gehen unmarkiert nach links, noch immer etwas bergauf. Nach etwa 10 Minuten kommt von rechts eine neue Markierung, der „Blauer Punkt“, dem wir nun längere Zeit folgen.. Die Markierung verlässt mit uns bald links das Sträßchen und führt durch ein kleines Waldtal. Nach dem Wald geht es längere Zeit am Waldrand und auch etwas im Wald weiter. Man kommt später hinunter zu einer von Weißenohe her kommenden Teerstraße und geht auf dieser für etwa 75 m nach rechts bergauf. Dann biegen wir nach links in eine Wohnsiedlung (Ortsteil Sonnenberg) ein. Der blaue Punkt ist noch vorhanden. Wenn der Weg mit dem blauen Punkt dann die Wohnbebauung verlässt und bergab zu gehen beginnt, verlassen wir diesen und gehen nach rechts in der Wohnsiedlungsstraße weiter. Nach dem Ende der Bebauung laufen wir geradeaus auf einem Sträßchen, das am Wald entlanggeht. Am Ende des klein en Waldes bei einer Gabelung gehen wir links und laufen auf befestigtem Weg bis zu den ersten Häusern von Gräfenberg. Der Wohnstraße folgen wir geradeaus bergab. Ziemlich unten, etwa 100 m vor der B 2, wenden wir uns links und folgen einem Treppenweg hinunter zur B 2, die vorsichtig überquert wird. Weiter geradeaus gelangen wir ins Ortszentrum von Gräfenberg. Rechts sehen wir die Brauerei Friedmann, links Friedmanns Bräustübl.

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Abb. 4: Schöner Blick nach Weißenohe mit Kloster

Weiter marschieren wir dann durch das Stadttor zum Marktplatz hin und gehen hier weiter geradeaus. Leicht bergab stoßen wir auf eine recht befahrene Straße (rechts sehen wir hier die Brauereigaststätte Lindenbräu). Wir gehen hier nach links und folgen dem Verkehrsschild der Straße bergauf in Richtung Guttenburg. Nach einigen Minuten bei einem Schild, das zur Katholischen Kirche hinweist, biegen wir links in den Teufelstischweg ein. Die Markierungen „Grüner Ring“ und „Blauer Ring“ sind hier vorhanden, nach dem letzten Haus auch das Zeichen „Blauer Strich“. Nach einem Ziegengehege wandern wir mit einem Schottersträßchen im Wald bergauf. Oben geht es nach ein kleines Stück an einer Wiese entlang und dann mit „Blaustrich“ scharf nach links. Dann muss man aufpassen! Wo der befahrbare Weg bergab zu gehen beginnt, müssen wir rechts in einen schmalen Fußweg einbiegen. Die Markierung „Gelber Strich“ kommt zum „Blauen Strich“ hinzu. Man folgt dann dem Wegweiser zum Teufelstisch, den man auf einem Fußpfad an Felsen vorbei erreicht.

Sodann laufen wir auf dem Fußpfad noch etwas bergauf und erreichen den Eberhardsberg. Noch folgen wir der Markierung „Blauer Strich“. Doch verlässt uns diese bald nach rechts. Wir wandern hier geradeaus mit dem „Gelben Strich“ weiter, der uns nach einem letzten Zeichen allerdings im Stich lässt. Bei einer Feldwegkreuzung laufen wir geradeaus auf die vor uns sichtbare Feldscheune zu. Nach dieser Feldscheune halten wir uns sofort nach links und gehen hier zwischen einem Feld und einer Gebüschreihe weiter. Das undeutliche grasige Weglein macht dann eine Kurve nach rechts und verläuft nun etwa 50 m von der Hangkante entfernt parallel zu dieser. Man kommt zum Wald hin und geht in diesen hinein. Der Weg wird dann steinig und befahrbar und läuft im Wald bergab. Es wir dann wieder offenes Gelände erreicht. Nach einer schönen Wiese mit Ausblick wird unser Weg wieder etwas schwächer, durchquert noch mal ein kleines Waldstück und erreicht nach diesem bald einen breiteren befestigten Feldweg, an dem wir uns scharf nach links wenden. Es geht nun schräg den Hang hinunter. Man erreicht nach einer Kurve im Wald am Waldende einen gepflasterten Weg, dem man solange talabwärts folgt, bis links der nächste befestigte Weg weggeht. Diesem meist ebenen Weg am Hang durch Obstgelände folgen wir. Gegenüber liegt breit hingestreckt der Hetzleser Berg und davor der Ort Dachstadt. Nach reichlich einem Kilometer führt unser Sträßchen mit einer S-Kurve nach rechts hinunter. Ziemlich am Ende der Kurve biegen wir in den nächsten links abbiegenden Feldweg ein. Auf grasigem Weg gehen wir zwischen in Reihen gepflanzten Bäumen immer geradeaus, bis wir auf ein eingezäuntes Grundstück stoßen. An diesem wandern für etwa 150 m nach rechts bergab und biegen dann links in einen Feldweg ein, der nach etwa acht Minuten zu einem Teerweg hinführt, der uns dann nach rechts in den Ort Igensdorf hineinbringt. In der Ortsmitte stoßen wir auf eine Vorfahrtstraße. Wir laufen auf dieser nach links, kommen an der Gastwirtschaft vorbei und erreichen auf der Straße ohne links oder rechts abzubiegen, in etwa 6 Minuten ab der Gastwirtschagft das Bahngleis und die Haltestelle der Gräfenbergbahn.

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Abb. 5: Der Teufelstisch


Einkehrtipps zur Gräfenbergwanderung

Nicht wenige Gaststätten liegen an der Wanderstrecke. In Weißenohe gibt es eine Brauerei (Klosterbrauerei Weißenohe), deren Biere man bei schönem Wetter im Klosterhof probieren kann. Der Wanderer wird hier nicht schon bei Beginn seiner Tour einkehren wollen, auch noch nicht in Dorfhaus im Gasthaus zum Lillachtal, wo Fränkisches aufgetischt wird. Man sollte schon bis Gräfenberg durchhalten. Dort kommt man zunächst zur Gaststätte

Friedmanns Bräustübel, Bayreuther Straße 16, Gräfenberg

Täglich außer Montag ist hier geöffnet. Essenszeit ist von 11.30 bis 14 Uhr und ab 17 Uhr, am Sonntag auch durchgehend. Das Vollbier ist würzig und durstlöschend, bekannt ist auch das Friedmann Pils. Auch dunkles Bier und neuerdings ein Weizen wird gebraut. Der freundliche Wirt und das Essen sind zu loben. In der Spargelzeit findet man eine Reihe von preiswerten Spargelgerichten, auch mit Bratwürsten oder mit Pfannkuchen kombiniert, die auch in anderen schönen Variationen (auch vegetarisch) angeboten werden.
Internet: www.kleinerwirt.de


Brauereigaststätte Lindenbräu, Straße am Bach, Gräfenberg

Freitag ist hier Ruhetag, sonst ist immer den ganzen Tag über geöffnet. Es gibt hier nur eine Biersorte („Vollbier“), die sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. Bratwürste, Sulze und Brotzeiten aus eigener Schlachtung erhält man immer, am Sonntag in der Zeit von 12 bis 14 Uhr werden verschiedene Braten angeboten.

In beiden Gräfenberger Gaststätten kann man auch im Freien sitzen, doch ist man hier jeweils dem Straßenverkehr sehr nahe. Ruhiger und angenehmer ist der Biergarten mit Holzlaube in Igensdorf, wo die Gaststätte mit einer reichhaltigen Speisekarte (auch frische Forellen) aufwartet.

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