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In der Rubrik Wanderbücher finden Sie eine kleine Auswahl an interessanter Literatur zum Thema Wandern in Franken.

 

Wandervorschlag Juni 2006 Drucken E-Mail
Bewertung: / 7
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Durchs Schorgasttal zum Luftkurort und zu einem technischen Meisterwerk des 19. Jahrhunderts

Marktschorgast - Schorgasttal - Wirsberg - Schiefe Ebene - Marktschorgast

Weglänge: 13 km.

Gehzeit: 3 3/4 Stunden.

Anfangspunkt: Bahnhof  Marktschorgast. Stündlich ein Regionalexpress auf der Strecke Würzburg-Bamberg-Lichtenfels-Hof.

Endpunkt: Wie Anfangspunkt. 

Gelände: Schönes Waldtal, Heckenlandschaft und Waldbereich an der Schiefen Ebene. Nur geringe Steigungen.

Karte: Wanderkarte Oberes Maintal/Coburger Land im Maßstab 1 : 50 000 des Landesvermessungsamts München oder Fritsch Wanderkarte Naturpark  Frankenwald im gleichen Maßstab.

Empfohlene Jahreszeit: Frühjahr und Sommer. Im Herbst und Winter liegt das Schorgasttal im Schatten.

Sehenswertes:

Marktschorgast:  Die Kirche lässt noch den Charakter der mittelalterlichen Wehrkirche mit Wehrturm erkennen. Nach 1500 wurde Chor und Langhaus umgestaltet. Im Innern einige wertvolle Skulpturen. Der Ort selbst ist nach einem großen Brand im 19. Jahrhundert in einheitlichem Stil wieder aufgebaut worden.

Wirsberg:  Hübscher kleiner Luftkurort, von bewaldeten Hügeln (mit Pavillons) umgeben. Die Kirche ist ein barocker Bau im so genannten Markgrafenstil Das alte Rathaus ist ein stattliches Gebäude mit Fachweggeschossen und Dachreiter.

Schiefe Ebene: Sie stellt einen Teil der Ludwig-Süd-Nord-Bahn dar, deren Bau 1840 unter König Ludwig I auf der Strecke Augsburg-Nürnberg-Bamberg-Hof begonnen wurde. Die Strecke wurde insgesamt 1848 dem Verkehr übergeben. Auf der Strecke zwischen Neuenmarkt-Wirsberg und Marktschorgast, der „Schiefen Ebene“, wird auf einer Länge von 8 km ein Höhenunterschied von 158 Metern überwunden.  Diese Bahnstrecke war im Zeitpunkt der Erbauung die steilste Gebirgsstrecke der Welt. Mit riesigen Viadukten sowie Weg- und Bachdurchlässen durch den hohen Bahndamm ist sie eine technische Meisterleistung des 19. Jahrhunderts.

Diese Wanderung ist vielseitig. Sie bietet großen Naturgenuss, lässt uns aber auch ein hochinteressantes Baudenkmal aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kennen lernen. Für Familien mit nicht mehr ganz so kleinen Kindern ist dieser Ausflug sehr zu empfehlen.

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Abb. 1: Wanderlehrpfad an der rauschenden Schorgast

Im ersten Teil der Tour erleben wir eines der schönsten Täler zwischen Frankenwald und Fichtelgebirge. Die Schorgast hat sich hier tief in den harten Untergrund eingesägt. Auf einem bequemen Weg laufen wir an dem rauschenden kleinen Wildfluss entlang. Die Talhänge tragen meist Nadelwald.

Als einzigen Ort auf unserer Wanderung lernen wir Wirsberg kennen. Mehrere kleine Flüsse kommen hier zusammen. Die Bergflanken zwischen den Tälern sind mit schönen Mischwäldern bedeckt. Von den Höhen schauen ein Denkmal und Aussichtspavillon herunter. Es verwundert nicht, dass Wirsberg sich zu einem recht gut besuchten Erholungsort entwickelt hat. Zur Beliebtheit des Ortes trägt auch das Hotel Post bei, in dem der vielfach ausgezeichnete Chefkoch Herrmann, vielen durch seine Bücher und Fernsehauftritte bekannt, in der Küche agiert. Der feinschmecklerisch veranlagte Wanderer hat hier ein lohnendes wenn auch nicht gerade billiges Ziel, doch gibt es in Wirsberg auch noch einige andere Einkehrstätten für den hungrigen Spaziergänger.

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Abb. 2: Der Lehrpfad bereichert unser Wissen über Geologie

Beim Weiterweg überrascht uns ein schöner aussichtsreicher Wanderweg zwischen Hecken und Laubbäumen. Eine solch liebliche Landschaft hätten wir hier zwischen Frankenwald und Fichtelgebirge, beides ausgesprochene Fichtenwaldregionen, nicht erwartet. Doch dann zieht es uns zur Schiefen Ebene hin, dem technischen Höhepunkt der Wandertour. Ein großes Stück der Steigungsstrecke laufen wir in der Nähe der Bahngleise. Ein eigens angelegter „Bahnweg“ (die Wegzeichen müssten teilweise erneuert und ergänzt werden) bringt uns zu den interessantesten Stellen, insbesondere den Brückenbauwerken und Bahndurchlässen hin. Verschiedentlich sind Erläuterungen angebracht, die es zu lesen gilt. Am höchsten Punkt der Bahnstrecke kommen wir am Bahnhof Marktschorgast heraus. Öfters im Jahr finden spezielle Dampfzugfahrten zur Schiefen Ebene statt. Sie enden hier in Marktschorgast.

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Abb. 3: Osterbrunnen und altes Rathaus in Wirsberg

 

Wegbeschreibung

Am Bahnhof Marktschorgast gehen wir in der Bahnhofstraße in den Ort hinein. Stets bergab kommen wir beim Rathaus und der Kirche vorbei und stoßen dann auf eine Querstraße (rec hts wein Weiher).. Hier folgen wir dem Wegweiser nach links in Richtung Grundmühle. Nach einer Rechtskurve geht es  aus dem Ort heraus und zum Wald hin, wo wir zur Grundmühle hinunterlaufen. Bis hierhin ist der Weg geteert und befahrbar gewesen. Geradeaus an einer verlassenen Fabrik und einem verfallenen Gasthaus vorbei wandern wir nun im waldreichen Schorgasttal weiter und bleiben immer in der Nähe des rauschenden Flüsschens. Wir verlassen das Waldsträßchen nicht. und überqueren den kleinen Fluss nicht. Nach einem Waldbad und einem Parkplatz kommen wir zum Ortsanfang von Wirsberg, Wir behalten unsere Richtung bei und stoßen kurz vor einer alten Steinbrücke auf eine kleine Holzbrücke, auf der wir nach links die Schorgast zum Marktplatz hin überqueren. Rechts sehen wir das Hotel Post.

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Abb. 4: Die aussichtsreiche Bahnstrecke im Bereich der schiefen Ebene

 

Nun laufen wir geradeaus am Marktplatz entlang auf das Neue Rathaus zu und kommen zu einer Straßengabelung, an der wir der linken Straße (Verkehrswegweiser nach Marktschorgast) folgen. Sie heißt Sessenreuther Straße- Wir gehen so lange bergauf bis wir rechts eine Wohnstraße erreichen, an der ein Wegweiser nach Himmelkron und zur Schiefen Ebene zeigt. Dieser unser Weg ist mit einem „blauen Winkel“ markiert. Bei einer dann folgenden Straßengabelung finden wir weder Wegweiser noch Markierung; hier sind beide Wege richtig; denn am Ortsende kommen sie wieder zusammen. Hier erblicken wir auch wieder Wegweiser und Markierung. Auf einem schönen Weg mir Büschen, Bäumen und einer Aussichtsbank marschieren wir nun weiter. Leicht bergab erreichen wir den Sesserbach, den wir auf einer kleinen Steinbrücke überqueren. Wegweiser nach Himmelkron und zur Schiefen Ebene führen uns nun durch Fichtenwald weiter.

Beim Verlasen des Waldes erblicken wir rechts die Bahnlinie, die sich hier bereits im Steigungsbereich der Schiefen Ebene befindet.

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Abb. 5: Früheres Bahnwärterhäuschen an der schiefen Ebene

Wir gehen aber nicht zum Bahngleis hin, sondern auf einem Schottersträßchen nach lins hoch und am Waldrand nach einer Rechtskurve entlang.. Ein Wegzeichen „Rote Lokomotive“ begleitet uns. Bei einem früheren Bahnwärterhaus endet der befahrbare Weg, wir gehen in der bisherigen Richtung auf einem grasigen Weg weiter. Nach einer schönen Bank links steigen wir nicht halblinks im Wald bergan, sondern bleiben auf dem Waldweg ganz in der Nähe der Bahnstrecke. Außer dem Zeichen der Lokomotive sehen wir dann auch die Markierung „SE“, der wir uns anvertrauen. Nach einem viel besuchten Fotostandpunkt führt uns das Zeichen „SE“ recht steil zu einem historischen Bahndurchlass hinunter. Wir unterqueren die Bahnlinie (Erläuterungstafel!) und gehen zu der etwas weiter unten sichtbaren kleinen Waldstraße hin (man kann auch mit „SE“ etwas mühselig in der Nähe der Bahntrasse weiterturnen). An der Waldstraße halten wir uns nach links. Bei einer bald erreichten Gabelung folgen wir dem linken Sträßchen und nähern uns wieder der Bahnstrecke. Wir stoßen auf eine kleine geteerte Straße und unterqueren auf diesem wieder die Bahnlinie. Das Sträßchen bringt uns bei der oberen Kirche zum Ort Marktschorgast hin, wo nach rechts in wenigen Schritten der Bahnhof erreicht wird.

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Abb. 6: Der Durchlass für Bach und Weg erfüllt schon seit 160 Jahren seinen Zweck 

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