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In der Rubrik Wanderbücher finden Sie eine kleine Auswahl an interessanter Literatur zum Thema Wandern in Franken.

 

Wandervorschlag August 2006 Drucken E-Mail
Bewertung: / 17
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Zum höchsten Punkt der Fränkischen Schweiz und zum Beck´n Bier

Pegnitz - Gärtental - (Kleiner Kulm) - Büchenbach - Imkerlehrpfad - Buchau - Pegnitz

Weglänge: 13,5 km (mit Umweg Aussichtsturm Kleiner Kulm 15 km)

Reine Gehzeit: 3 3/4 Stunden (mit Kleiner Kulm 4 1/4 Stunden).

Anfangspunkt: Bahnhof Pegnitz. Stündlich ein Regionalexpress auf der Strecke Nürnberg – Bayreuth. Pegnitz ist neuerdings in den Nürnberger Verkehrsverbund mit einbezogen (Tagesticket Plus!).

Endpunkt: Wie Anfangspunkt.

Gelände: Abwechslungsreiches schönes Wald-, Wiesen- und Buschgelände. Neben kleineren Anstiegen sind der zum Kleinen Kulm und der zwischen Buchau und Pegnitz etwas länger und schweißtreibender.

Karte: Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst 1 : 50 000 des Landesvermessungsamts München oder Fritsch Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz Blatt Süd im gleichen Maßstab.

Empfohlene Jahreszeit: Zeitiges Frühjahr (Haselnussblüte Anfang März!) und Spätherbst.

Sehenswertes:

Pegnitz:   Die evang. Pfarrkirche ist ein neubarocker Kirchenbau von 1900. Die barocke Ausstattung der Vorläuferkirche wurde zum Teil übernommen. Das alte Rathaus stammt von 1544, der Fachwerkgiebel an ihm von 1686.

Kleiner Kulm: Die höchste Erhebung der Fränkischen Schweiz mit Aussichtsturm. Die Aussicht reicht bei günstigem Wetter bis zum Fichtelgebirge.

Diese Wanderung in der östlichsten Fränkischen Schweiz ist eine Lieblingstour des Autors und  bietet alles, was den Reiz eines schönen Wandertags ausmacht: Naturnahe kleinräumige Heckenlandschaften, ein Aussichtsturm mit weiter Fernsicht, ein wohl gepflegter Gasthof mit eigenem Bier und einem schönen fränkischen Essensangebot und Belehrung durch einen sehr gut gestalteten Naturlehrpfad.

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Abb. 1: Wandermotto

Ein landschaftlicher erster Höhepunkt ist der Heckenweg im Gärtental. Auf einer Länge von mehr als einem Kilometer wird der sich schlängelnde Pfad von den unterschiedlichsten Büschen und höher gewachsenen, oft mehrstämmigen Bäumen eingerahmt. Es handelt sich hier um einen alten Kirchenweg zwischen den konfessionell verschiedenen Orten Pegnitz und Büchenbach, auf dem die katholischen Bürger von Pegnitz bis zum Bau einer eigenen Kirche (im Jahr 1926) zum Gottesdienst die Kirche des Nachbarortes aufsuchten. Die Bäume und Büsche an ihm, sei es durch Anflug entstanden oder bewusst gepflanzt, spendeten erwünschten Schatten. Für Hin- und Rückweg zur Kirche ist man damals an die drei Stunden unterwegs gewesen!

Wenn man mit guter Fernsicht rechnen kann, empfiehlt es sich sehr den geringen Umweg über den Kleinen Kulm mit in die Route einzuplanen. Die Aussicht vom Turm über die Fränkische Schweiz, manchmal bis hin zum Fichtelgebirge, ist umfassend. Für Kinder ist eine solche Turmbesteigung ein kleines reizvolles Abenteuer.

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Abb. 2: Im schönen Gärtental

Über einen Kreuzweg mit modernen Mosaikbildern und durch eine Schlucht, in der früher die drei Büchenbacher Brauereien ihr Bier lagerten, erreichen wir – gerade passend zur Halbzeit der Wanderung - Büchenbach. Die Einkehr dort beim Beck´n-Bier ist dann vor allem für die Väter (und Mütter) ein Erlebnis. Es ist immer ein schöne Sache, wenn man, was leider seltener wird,  noch auf solide fränkische Gastlichkeit trifft und man statt mit neumodischem Firlefanz aus der Tiefkühltruhe mit hausgemachten  Würsten, Tellersulze, Bratkartoffeln (aus eigenem Kartoffelanbau) und frisch gebackenem Brot versorgt wird. Dazu passt das dort gebraute würzige braune Bier ganz ausgezeichnet.

Bald erreichen wir am Rückweg den Imkerlehrpfad. Er ist sehr gut gestaltet. Wenn wir die zahlreichen Tafeln gelesen haben, haben wir eine Menge über die Imkerei und die Honigerzeugung gelernt. Am Weg stehen zahlreiche Bienenstöcke. Die Bienen finden bereits Ende Februar bis Mitte März an den Kätzchen der zahlreichen Haselnusssträucher, die den Weg überwölben, reichhaltige Sammelausbeute. So ist dieser Wanderung im März besonders schön, aber auch zu den anderen Jahreszeiten, etwa im Mai, wenn es in Büchenbach und in Pegnitz den Maibock gibt, oder im Oktober zur Zeit der Laubfärbung lohnt es sich diese Tour zu unternehmen.

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Abb. 3: Der Aussichtsturm am Kleinen Kulm

Wegbeschreibung

Am Bahnhof Pegnitz gehen wir nach rechts  stadteinwärts. Nach etwa 200 Metern führt uns rechts ein Fußweg durch eine Unterführung in Richtung Stadtmitte. Wir gehen stets geradeaus und laufen dann in Richtung des Historischen Rathauses (mit Türmchen). An diesem marschieren wir rechts und vorbei und kommen leicht bergab zur Brücke über die Pegnitz. Gleich nach dieser bei einer Apotheke biegen wir rechts in die Raumersgasse ein und kommen bei einer Telefonzelle zur Ortsdurchfahrt der B 85. Wir überqueren diese bei einer Fußgängerampel und setzten unseren Weg in der bergauf führenden Raumersgasse fort. Wir stoßen hier bereits auf unsere Markierung „Gelber Punkt“. Bei einer Gabelung oben am Berg folgen wir dem Wegweiser zum Vogelbrunnen. Nach dem Ende der Bebauung geht es in einem Flurweg in der bisherigen Richtung weiter. Etwa 150 Meter nach den letzten Häusern halten wir uns mit der Markierung „Gelber Punkt“ nach rechts. Der Feldweg steigt erst etwas bergan und fällt dann ins Gärtental ab.

Unten bei einer Wegkreuzung folgen wir dem Fußweg im Tal nach links. Unsere neue Markierung ist jetzt “Roter Strich auf weißem Grund“. Auf einem mit Büschen und Bäumen bestandenen Pfad folgen wir nun für längere Zeit dem Gärtental auf dem alten Kirchenweg. Am Ende der Bäume geht es ein Stück weit an einer Wiese nach links und dann wieder mit der Rotstrichmarkierung nach rechts. Nach etwa 10 bis 12  Minuten - erst etwas bergauf, dann eben - wird eine Feldwegekreuzung erreicht. Nach links zeigt an einem Pfahl die Markierung die Rotstrichmarkierung (und ein grüner Ring) den Weg zum Kleinen Kulm an (siehe unten Wegvariante!).

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Abb. 4: Unten liegt schön Büchenbach

Der direkte Weg nach Büchenbach führt uns geradeaus weiter,  nähert sich der Autobahn und erreicht bei einer großen Linde mit Feldkreuz ein kleines Sträßchen. Auf diesem wandern wir für knapp 10 Minuten geradeaus, bis die Straße eine scharfe Kurve nach rechts macht. Hier laufen wir links (geradeaus) auf einem breiteren Fuhrweg im Wald hinunter. Ein Blick hinab nach Büchenbach tut sich auf. Wenn man etwa die Hälfte des Abhangs hinunter gestiegen ist, macht der Fuhrweg eine scharfe Rechtskurve. Hier folgen wir geradeaus dem hohlwegartig eingeschnittenen Fußweg. Nach wenigen Metern kommt von links eine Weg, der wieder mit dem bereits bekannten „Gelben Punkt“ gekennzeichnet ist. Wir gehen weiter in die Schlucht hinunter (links ein alter Bierkeller!) und erreichen  das erste Haus von Büchenbach. Geradeaus stoßen wir gleich auf die Gastwirtschaft Herold.

Dort, wo man auf die Gastwirtschaft stößt, geht es auf der Straße nach rechts weiter. Man kommt an einer riesigen Scheune vorbei. Dann gabelt sich die Straße. Wir laufen rechts bergauf mit einem Wegweiser in  Richtung Körbeldorf. Ziemlich auf der Anhöhe angelangt - bei einer Kurve der Straße - biegen wir bei einem Parkplatzzeichen links in einen Waldweg ein. Bei einer Scheune stoßen wir bald auf ein Schild „Wald- und Imkerlehrpfad Pfaffensteig“. Nun folgen wir immer den Schildern des hochinteressanten Lehrpfades,, der unter Büschen eben am Hang entlang verläuft. Am Ende des Lehrpfads steht wieder eine Übersichtstafel zum Imkerpfad. Hier zeigt ein Wegweiser „Rundweg“ nach links hinunter, dem wir nicht folgen dürfen; wir müssen vielmehr geradeaus (zunächst noch eben) weitergehen. Nach einer Waldwiese geht es dann bergab nach Buchau.

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Abb. 5: Wir passieren einen modernen Kreuzweg

In der Wohnstraße dort lassen wir Abzweigungen links und rechts unbeachtet. Unten bei der Schulbushaltestelle laufen wir rechts, passieren ein Haus mit Türmchen, halten uns nach diesem links (jetzt mit Markierungen „Gelbpunkt“ und „Blaustrich“) und nach 50 Metern wieder rechts und wandern nun in der Hofgasse bergauf. Auch nach dem Ort steigt der geteerte Weg weiter bergan. Oben bei einer Hütte mit Windrad marschieren wir geradeaus auf nicht mehr geteertem Weg weiter, der dann wieder ins Tal führt. Unten erreichen wir wieder den uns bereits bekannten Beginn des Gärtentals.

Hier wandern wir geradeaus den Berg hinauf. Nach ca. 50 Metern führen „Blauer Strich“ und Roter Strich“ nach links in den Wald, der „Gelbe Punkt“ geht gerade weiter. Beide Wege führen nach Pegnitz (im Wesentlichen ist es die gleiche Entfernung). So gehen wir nun zur Abwechslung nach links in den Waldpfad hinein, der um den „Buchauer Berg“ in einem Bogen herumführt. Nach einem kurzen Stück am Waldrand führen uns die Markierungen nochmals leicht ansteigend in den Wald hinein und zu einer kleinen Teerstraße hin, der man geradeaus folgt. Bei den ersten Häusern von Pegnitz laufen wir in der Wohnstraße geradeaus weiter, passieren eine alte Brauerei und kommen wieder zur B 85. An der uns bereits bekannten Fußgängerampel überqueren wir die Straße und laufen wieder zum Bahnhof.

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Abb. 6: Am Imkerlehrpfad blühen Anfang März die Haselnusssträucher

Wegvariante mit Einschluss vom Kleinen Kulm

Bei der oben erwähnten Feldwegkreuzung geht man mit dem Roten Strich nach links. Der Weg schwenkt noch im weiteren Verlauf noch weiter nach links und erreicht die Autobahn, die auf einer Brücke überquert wird. Dann läuft man nach rechts weiter und der eigentliche Anstieg zum Kleinen Kulm beginnt, der erst an Buschwerk entlanggeht und dann im Wald verläuft.  Bei dem Aussichtsturm geht es wieder rechts im Wald bergab (nördliche Richtung). Die Markierung ist weiterhin der „Rotstrich“. Unten kommt man der Autobahn nahe, neben der man auf einem befestigten Feldweg etwa 10 Minuten entlanggeht. Bei einem Durchlass unter der Autobahn verlassen wir die Rotstrichmarkierung und gehen nun mit dem „Gelben Punkt“ unter der Autobahn durch. Danach kommt man zu der Kreuzwegkappelle und wandert dann an den Kreuzwegstationen den Berg hinunter. Der Kreuzweg führt in die Schlucht mit dem alten Bierkeller hinunter und zum Ort Büchenbach.

Einkehrtipp für die Rundwanderung ab Pegnitz


Brauereigasthof Herold Büchenbach.

Öffnungszeiten: Dienstag ist Ruhetag. Sonst täglich ab 9 Uhr durchgehend geöffnet.

Telefon: 09241-3311.

Internet: www.beckn-bier.de

Essen und Trinken: Am Mittwoch und Sonntag gibt es ein warmes Essen, an den übrigen Tagen kleine, aber preiswerte und gute Speisen aus eigener Erzeugung: Bratwürste, saure Zipfel, Rühreier mit Speck oder mit Bratkartoffeln, Tellersülze (empfehlenswert!), Presssack, Stadtwurst, Leberkäse, Romadur. Selbst gebackenes Brot.

Das eigene Bier von brauner Farbe ist süffig und wird nur hier ausgeschenkt. Manchmal auch Bockbier (z.B. Maibock).

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