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In der Rubrik Wanderbücher finden Sie eine kleine Auswahl an interessanter Literatur zum Thema Wandern in Franken.

 

Wandervorschlag Juni 2005 Drucken E-Mail
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Waldspaziergang zur Kapellenruine und zum Kreuzberg von Dörfleins

Hallstadt - Dörfleins - Kemmerner Keller - Kapelle St. Helena - Dillerkeller - Dörfleins

Weglänge: 11 km.

Gehzeit: Gut 3 Stunden.

Anfangspunkt: Bahnhof Hallstadt. Bahnstrecke 820 Nürnberg-Bamberg-Licnhtenfels. Stündlich mindestens ein Zug zwischen Bamberg und Hallstadt.Die von Nürnberg nach Lichtenfels verkehrenden Regionalbahnen halten in einigen Fällen nicht in Hallstadt!

Von Bamberg nach Hallstadt Kiliansplatz verkehren auch die Stadtbusse Bamberg der Linie 4 (ab Promenade ZOB). Des Weiteren gibt es auch Busse des OVF in Richtung Reckendorf und Ebern, die in Hallstadt halten (ab Bahnhof Bamberg).

Endpunkt: Bahnhof Hallstadt. Siehe oben Anfangspunkt.

Gelände: Nur eine Anstiegsstrecke bei der Helenakapelle, sonst ebene und bequeme Wege. Die Wanderung verläuft überwiegend im Wald.

Karte: Wanderkarte Oberes Maintal/Coburger Land mit Nebenkarte Bamberg des Bayer. Landesvermessungsamts München im Maßstab 1: 50 000.

Empfohlene Jahreszeit: Da die Wanderung nicht sehr lang ist man überwiegend im Wald verläuft kann sie auch für sonnige Sommertage empfohlen werden. Der Wagnerkeller und vor allem der Dillerkeller sind angenehm schattig. Doch auch in den übrigen Jahreszeiten ist die Wanderung reizvoll.

Feste: Am Dillerkeller wird gelegentlich fränkische Blasmusik gespielt.

Kirchweih am Wagnerkeller wird am letzten Augustsonntag gefeiert.

Sehenswertes:

Hallstadt: Die Pfarrkirche St. Kilian stammt aus dem 14./15. Jahrhundert; sie erinnert an die Nürnberger Frauenkirche. In Mainnähe ein von Balthasar Neumann erbautes Schlösschen. Am Rathaus ist ein Wappen der Stadt Hallstadt von 1580 angebracht. Gegenüber das frühere  bischöfliche Amtshaus, heute Apotheke; ab 1726 nach den Plänen von Johann Dientzenhofer erbaut.

Helenakapelle: Auf einem Bergkegel im Wald gelegene kleine mittelalterliche Kirchenruine an der Stelle eines früheren Burgstalls. Tisch und Bänke für eine Rast.

Die Bewohner von Bamberg kann man nur beneiden. Sie können nicht nur sich einer landschaftlich reizvollen Umgebung erfreuen, sondern besitzen auch mit den alten Bierkellern an den Hügeln in der Umgebung der Stadt (und in Bamberg selbst) sommerliche Ausflugsziele wie man sie sich nicht schöner vorstellen kann. Dass hier ausgezeichnete Biere von kleinen Landbrauereien ausgeschenkt werden und das zu so freundlichen Preisen wie sonst kaum irgendwo in Deutschland, sind weitere Pluspunkte.

Unser größerer Spaziergang an den Berghängen nördlich von Bamberg im Bereich des Dörfleinser Kreuzbergs wird uns zu einigen der herrlichen alten Bierkeller hinführen.

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Abb.1: Bachgasse in Hallstadt

Der Weg ist von großer landschaftlicher Schönheit. Besonders abwechslungsreich ist die Wegstrecke am Steilhang des Mains zwischen Dörfleins und der Helenakapelle. Wiesen und Waldstücke wechseln sich miteinander ab. Das Ufer des hier noch schmalen Mains ist vom zuständigen Wasserwirtschaftsamt naturnah wiederhergestellt worden und bietet nun für die Vogelwelt den benötigten Lebensraum. Mit etwas Glück kann man hier Regenpfeifer und Nachtigall hören.

Nach einer Stunde erreicht man den Kemmerner Wagnerbräukeller. Immer wieder beeindruckt er den Besucher durch seine schöne Hanglage mit der weiten Aussicht ins Maintal, nach Kemmern und zu den Bergen des Frankenjura. Das Bier stammt seit alters her von der Brauerei Wagner in Kemmern. Bierkrug und Bierdeckel ziert das Bild eines Kuckucks. In den großen Laubwäldern des Sembergs und des Kreuzbergs ist dieser Vogel im Frühjahr zu hören. Die Dorfleute wurden früher als „Kemmerner Kuckucke“ verspottet. Einst war dies eine Beleidigung, auf die man oft mit den Fäusten antwortete. Heute sieht man das nicht mehr so tragisch und lacht darüber.

Bald danach kommt man beim Leichtskeller vorbei. Dieser Keller gehörte zur Brauerei Leicht in Kemmern, die leider nicht mehr existiert. Das Bier kommt heute von einer größeren Brauerei aus dem Baunachgrund. Mit warmen Essen am Sonntag und Pizza ist das Angebot hier nicht mehr so kellertypisch wie früher.

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Abb. 2: Der Leichtskeller vor bewaldeter Hangkulisse

Große Waldpartien schließen sich nunmehr an. Wir steuern, das Maintal verlassend, die tief im Wald versteckte Kapellenruine St. Helena an und laufen dann längere Zeit auf einem hübschen Sträßchen durch Laubmischwald, bis wir die Höhe des Kreuzbergs mit seiner zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbauten Kapelle erreichen. Die Aussicht hier ist zugewachsen, doch werden wir nicht viel später von dem prachtvollen Rundumblick in Richtung Bamberger Talkessel beim sogenannten Heimkehrerkreuz entschädigt, zu dem wir auf dem Stationenweg des Kreuzbergs hinunter gestiegen sind. Auch ein Naturlehrpfad begleitet uns am Weg. Vor langer Zeit war der Hang mit Weinstöcken bewachsen. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein war der Wein Volksgetränk. Rings um Bamberg wurde an den Hängen Wein angebaut.

Nun ist es nur noch ein Katzensprung zu dem kleinen aber sehr gern besuchten und am Nachmittag schattigen und kühlen Dillerkeller. Volksgetränk ist heute das Bier, das hier von der Brauerei des Gasthauses Post (Hönig) in Tiefenellern stammt und durch seine Vollmundigkeit überzeugt. Auch an einer preiswerten und guten Brotzeit können wir uns nochmals stärken, bevor wir auf der nun nicht mehr langen Wegstrecke ins nahe Dörfleins und über den Main hinweg nach Hallstadt die eher kleine, aber erlebnisreiche Wanderung beenden.

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Abb. 3: Angenehm schattig sitzt man an heißen Tagen im Dillerkeller

 

Wegbeschreibung

Am Bahnhof Hallstadt gehen wir zu dem beschrankten Bahnübergang hin und wenden uns hier nach links stadteinwärts. Die Straße bringt uns zu einer Kapelle hin, an der wir links, nunmehr in der Bahnhofstraße vorbeigehen. Der an einem Bach entlang führenden Bahnhofstraße folgen wir immerzu geradeaus bis wir zur Ortsdurchfahrt der B 4 kommen. Hier halten wir uns nach rechts und gehen am Rathaus vorbei zur Kilianskirche hin. Dort überqueren wir vorsichtig die stark befahrene Straße und lauf en auf die barocke Apotheke zu. Bei dieser beginnt die Fischergasse, der wir folgen .Sie mündet in die Bachgasse. Auch sie führt an einem offenen Bach entlang und bringt uns zu einem kleinen Platz, dem St. Kiliansplatz hin. Hier marschieren wir nach rechts in der Mainstraße weiter, kommen an einer Bushaltestelle vorbei (hier beginnt man die Wanderung, wenn man mit dem Stadtbus von Bamberg herkommt). Die Straße steigt zur Mainbrücke etwas an und überquert den Fluss. Nach diesem biegen wir- wir sind jetzt im Ortbereich von Dörfleins-, rechts in den Ellerweg ein und laufen bei der nächsten Gabelung rechts in der Straße Mainleite weiter (Statt in der beiden Wohnstraßen können wir auch auf dem Fußpfad des Hochwasserdamms oberhalb der beiden Straßen gehen).

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Abb. 4: Barockgebäude in Hallstadt

Bei einem Wendeplatz verlässt man den Ortsbereich von Dörfleins. Gleich danach kommt eine Weggabelung. Wir gehen hier nach rechts, unser Weg ist unter anderem mit der Markierung „Turm“ versehen. Ein Wegweiser zeigt hier bereits in Richtung der Helenakapelle und nach Baunach. Das etwa zwei Meter breite Sträßchen führt zum Gasthaus Rabenhorst und endet hier. Wir wandern geradeaus auf einem Waldpfad weiter, der am Steilhang, im Wesentlichen eben, oberhalb des Mains entlangführt. Danach wird wieder Wiesengelände erreicht. Unser kleiner Weg wird allmählich breiter. Bei einer Gabelung zweigt links bergauf die Markierung Hirschkäfer ab. Wir bleiben auch hier auf dem geradeaus verlaufenden Weg, der an Gärten vorbeiführt. Auf einem befahrbaren Weg kommen wir dann zum Wagnerkeller, der links ein paar Meter oberhalb am Hang liegt.

Die bisherige Richtung beibehaltend marschieren wir wieder in einen Waldweg hinein. Nach einem kleinen Rechtsknick kommt man zu einem größeren Weg, der uns nach links in der Nähe des Mains über Wiesen weiterführt und dann zum Leichtkeller hinbringt.

Auch hier laufen wir in der bisherigen Richtung weiter. Nahe dem Main kommen wir wieder in den Wald hinein und bewegen uns nun auf einem breiten Erdweg. Nach einigen Minuten erreicht man eine Gabelung. Geradeaus geht es mit einem Verkehrszeichen Fußweg/Radweg in Richtung Baunach. Wir kurven hier auf dem breiten Waldweg nach links. Wenige Meter nach der Linkskurve sehen wir links den Wegweiser zur Kapellenruine. Ein Treppenweg bringt uns zur Helenakapelle hinauf. Sie liegt von einer Waldwiese umgeben mitten im Wald.

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Abb. 5: Kapelle am Dörfleinser Kreruzberg

An der Waldwiese bei der Kapelle geht an der rechten Seite ein leicht bergab führender Waldweg weiter. Auf diesem erreichen wir die kleine Waldstraße wieder, die wir bei der Kurve verlassen haben. Auf dieser steigen wir (rechts befindet sich ein Bachgraben) bergan, bis wir zu einer größeren Kreuzung von Waldsträßchen hinkommen. Hier wenden wir uns scharf nach links und folgen nun dem meist ebenen, befestigten ca. 2,5 m breiten Waldweg, der sich am Hang des Sembergs entlangschlängelt. Die Markierung Hirschkäfer kommt von links unten wieder heran. Nach insgesamt etwa 2 km auf dem Sträßchen wird wieder eine Gabelung erreicht. Das Waldsträßchen geht hier nach rechts hinunter, wir laufen aber geradeaus mit der Markierung „M“ einem Wegweiser zum Kreuzberg folgend weiter. Der Weg ist teilweise gepflastert, aber auch teilweise ausgefahren. Bergauf erreichen wir dann die Kapelle auf dem Kreuzberg.

Nun geht es auf einem Stationenweg mit Treppen hinunter. Dann bringt uns ein befahrbarer Weg zu einer Straßengabelung hin. Geradeaus sehen wir an der Wiese ein großes Kreuz („Heimkehrerkreuz“). Wir sollten zu ihm hingehen, um den großartigen Ausblick über den Bamberger Talkessel zu erleben.

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Abb. 6: Weit geht der Blick vom Wagnerbräukeller nach Kemmern und ins Maintal

Für ein kurzes Stück folgen wir dem Sträßchen nach links, biegen aber dann in den rechts bergab führenden Weg ein, der mit einem Pfosten gesperrt ist. Noch immer lassen wir uns von der Markierung „M“ führen. Nach einem Parkplatz erreichen wir den auf der rechten Seite liegenden Dillerkeller. Geradeaus gehen wir (auf dem Sträßchen oder auf dem Wiesenweg direkt beim Keller) in dem Tälchen weiter und gelangen unten zu der hinter Dörfleins liegenden Wegkreuzung, die wir vom Herweg bereits kennen. Durch Mainleite und Ellerweg und über die Brücke nach Hallstadt hinweg erreichen wir wieder den Ausgangspunkt der kleinen Wanderung.

Die Bierkeller der Wanderung zur Helenakapelle

1. Wagnerbräukeller bei Kemmern

Telefon: 0170-9136003.

Öffnungszeiten: Montags bis freitags ab 15.30 Uhr, samstags ab 13 Uhr, sonntags ab 9.30 Uhr geöffnet. 

Lage: Äußerst ruhig und angenehm in erhöhter Lage über dem Maintal. Biertische auf befestigten Terrassen mit Blick nach Kemmern und ins Maintal. Teilweise Baumschatten. Im Garten Selbstbedienung. Spielgelegenheit bei einer großen Rutsche und im Gelände.

Essen und Trinken: Teilweise Steaks und Schnitzel, sonst kellertypische Brotzeiten (z.B. Bratwürste, Dosenfleisch, Kellerplatte, Käse). An Sonn- und Feiertagen auch warmer Mittagstisch.

Bier der Brauerei Wagner Kemmern (ungespundetes Lagerbier).

2. Leichts Keller bei Kemmern

Telefon: 0160-8384060.

Öffnungszeiten: In der Zeit von Mai bis September: Montag bis Samstag ab 14 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 10 Uhr. In den Monaten Oktober bis April: Mittwochs, freitags und samstags ab 14 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 10 Uhr offen.

Lage: Sehr ruhig am Rand des Maintals vor der Waldkulisse des Sembergs. Tische und Bierbänke mit Lehne. Überwiegend sonnig, Schatten hauptsächlich durch Sonneschirme.

Essen und Trinken: An Sonn- und Feiertagen warmer Mittagstisch ab 11 Uhr. Sonst vor allem Brotzeiten (Bratwürste, Currywurst, Hausmacherplatte, Dosenfleisch, Käseplatte), aber auch Schnitzel und verschiedene Sorten von Pizza.

Bier von der Schlossbrauerei Reckendorf.

3. Dillerkeller bei Dörfleins

Telefon: 0951–7001648.

Öffnungszeiten: Montags, dienstags, donnerstags und freitags ab 16 Uhr, sonntags ab 14.30 Uhr geöffnet. Mittwoch ist Ruhetag.

Lage: Ruhig in Waldnähe gleich nach dem Dorfende von Dörfleins. Am Nachmittag im Schatten des Berghangs gelegen. Kleines steinernes Kellerhaus. Bierbänke und Tische Im Sommer angenehm kühl.

Essen und Trinken: Kellerbrotzeiten (diverse Wurstsorten, Gerupfter, Kellerplatte). Besonders gelobt wird das Kaiserfleisch mit Kartoffelsalat. Auch Kaffee und Kuchen sowie Eis sind vorrätig.

Das Bier kommt von der Brauerei Hönig in Tiefenellen und wird direkt aus dem Keller ausgeschänkt.

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